The Abstract View

Ausstellung "The Abstract View"

Im Museum Modern Art in Hünfeld wird vom 20. Februar bis 29. Mai die Ausstellung „The Abstract View“ präsentiert. Fünf aufstrebende Künstlerinnen und Künstler der Jungen Kunst Berlin zeigen bemerkenswerte abstrakte Positionen.


Keren Shalev, Lev Khesin, Carolin Israel, Kazuki Nakahara und Daniel Schwarz bespielen die Flächen vom Museum Modern Art mit Malerei, Zeichnung, Installation und Skulpturen. Kurator ist Philipp Schumann von der Jungen Kunst Berlin. Mehr als 80 Arbeiten werden im Alten Gaswerk und den beiden Gasometern präsentiert.


Die abstrakten farbintensiven Arbeiten von Carolin Israel (geb. 1990 in Chemnitz) lassen Raum für eigene Gedankenspiele. Persönliche Erinnerungen, Anspielungen und Referenzen fließen in ihre Arbeiten ein. Ihre Malerei ist eine ständige Suche nach komplexen Formen und Farben, eine Zusammenspiel und Entgegenwirken, ein Andeuten und Positionieren. Die Komposition von Form, Farbe und Kontrast macht die Faszination der Arbeiten aus, die so eine eigene Aura entwickeln.


Keren Shalev (geb. 1982 in Israel) verwendet Materialien wie Metall, Beton, Holzkohle und Graphit, spielt bewusst mit den rohen, ungezähmten Eigenschaften des Materials. Es entstehen fragile Installationen, die einerseits hart und rau sind, andererseits auch poetisch und zerbrechlich erscheinen. Dieser Widerspruch, den Kontrast und die Stärke der Materialität versucht Shalev auch bei den abstrakten Malereien und Zeichnungen zu zeigen. Keren Shalev wurde 1982 in Israel geboren, lebt und arbeitet in Berlin.


Lev Khesin (1981 in Penza, Rußland) arbeitet mit Silikon, in das er vor oder während dem Malvorgang Pigmente mischt. So entstehen verschiedene Schichten, die die schimmernden Farbflächen räumlich ineinander schmelzen lassen. Die Bildfläche ist meistens glatt oder zeigt einzelne Falten. Die große Tiefenwirkung entsteht mit den Farbverläufen, die halb gemalt, halb virtuell anmuten. Gegensätzlich wirkt der gehobelte Speckrand, also die zerfledderten und heruntertriefenden Silikonmassen. An dieser Stelle werden das Bild zum Objekt und die abstrakte Malerei zum Fetisch, die zum Hineinfassen und Hantieren verführen. Dieses Fassbare entblößt das Material, die Bildoberfläche hingegen erlaubt lediglich den Blick auf den Farbraum, der genauso gut unter einer Wasseroberfläche liegen könnte. Lev Khesin studierte an der Universität der Künste Berlin.


Kazuki Nakahara (geb. 1980 in Kagawa, in Japan) setzt in seinen Zeichnungen und Radierungen die Linien akribisch so zueinander, dass sie Formen und Flächen ergeben, die als eigenständige Zeichen verstanden werden können. Seine sensiblen Zeichnungen zeigen meist großflächige, abstrakte und oftmals flächen- okkupierende Linienfelder. Die malerisch aufgesetzten Strichfolgen mit Farbstift oder Kohle sind parallel und horizontal ausgerichtete Liniensetzungen, deren freihändig gezeichnete Striche in ihrer Leichtigkeit spontan wirken. Immer wieder blinken in seinem Werk Reminiszenzen an die japanische Kalligraphie auf, eine Technik, die in Kazuki Nakaharas Geburtsland Japan eine große Tradition hat und von seinem Vater und Großvater betrieben werden.Kazuki Nakahara ist 1980 geboren, lebt seit 2005 in Berlin und studierte an der Kunsthochschule Weissensee bei Prof. Hanns Schimansky. Seine Zeichnungen waren in zahlreichen internationalen Ausstellungen zu sehen. 2020 wurde er mit dem Egmont- Schaefer-Preis für Zeichnung ausgezeichnet.


Daniel Schwarz (1991 in Bad Ems), Meisterschüler von Prof. Gnade, bringt Geschichten ins Rollen - Märchen, Mythen, Sagen. Geheimnisvolles sprüht Funken. Aber selbst wenn Daniel Schwarz nach den Eigengesetzlichkeiten der Farbe handelt, wenn er das Zufällige einbezieht und die Überraschungen schätzt, die ihm das Unerwartete bereitet, so hat er doch eine Plan. Ihm liegt daran, der Kälte und Rationalität unserer Welt etwas entgegenzusetzen – nämlich das Zauberhafte. Das ist Malerei im warmen Mantel der Erinnerung. Ein Umspülen des Sehnervs in Stille (Christoph Tannert, Kurator).