Geschichte

Geschichte des Museum Modern Art

Wer Hünfeld besucht, kommt an moderner Kunst nicht vorbei. Seit 1990 gibt es das Museum Modern Art in Hünfeld – das ehemalige Gaswerk der Stadt Hünfeld, ein denkmalgeschützter Jugendstilbau aus dem Jahr 1907. Das Museum Modern Art bietet mit der Kombination aus Jugendstilgebäude, Gasometern und modernen Ausstellungshallen ein einzigartiges Ambiente mit über 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Das weitläufige Außengelände mit einem früheren Bahndamm an der Rückseite des Hauptgebäudes wird als Skulpturengarten genutzt.

Das Museum Modern Art beherbergt eine umfangreiche Kunstsammlung, die der Museumsgründer und Künstler Jürgen Blum (1933-2015) in vielen Jahren zusammengetragen hat. Das Museum zeigt als Dauerausstellung ganzjährig Werke der umfangreichen „Sammlung Jürgen Blum“ aus dem Bereich der Konkreten Kunst mit namhaften Vertretern des Konstruktivismus bis hin zur Konkreten Poesie. Als spannenden Kontrast zur Stiftungsausstellung präsentiert das Museum Modern Art jedes Jahr mehrere wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst anderer Stilrichtungen.

Kunst und Kultur haben sich zu einem Markenzeichen der Stadt Hünfeld entwickelt. Schon an den Einfahrtsstraßen fallen großformatige Skulpturen in den Blick. Durch die rastlose Arbeit von Jürgen Blum entstanden außergewöhnliche Arbeiten und Projekte, wie „Das Offene Buch“. An rund 140 Hauswänden in Hünfeld begegnet man auf dem Weg zur Arbeit, beim Stadtbummel oder beim Spaziergang visuellen Gedichten – eine neue Form von Kunst im öffentlichen Raum, ein urbanes Museum. 

Blum führte zudem internationale Künstlerkollegen nach Hünfeld, die wiederum besondere Werke in der Stadt und im Museum hinterließen. Er organisierte unermüdlich Ausstellungen und andere Konzepte. Auf seine Initiative hin wurde in Hünfeld eine Malschule aufgebaut und es gründete sich der IDEA-Kunstverein Hünfeld, der bis heute in seinem Sinne Kunstinteressierte und Kunstschaffende vereint.

Ein besonderes Anliegen war es Jürgen Blum stets, auch jungen, oft noch unbekannten Künstlern ein Forum zu bieten. Diesem Erbe fühlt sich die „Stiftung Museum Modern Art Hünfeld – Sammlung Jürgen Blum“ verpflichtet. Dabei war es Blum nicht wichtig, ob sich diese Künstler mit Konkreter und Konstruktiver Kunst befassten. Wichtig war ihm die Qualität ihrer Arbeiten.

Nach mehr als 30 Jahren Museum Modern Art ist es das Ziel, die Sammlung einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und vor allem Künstler nach Hünfeld einzuladen, die mit ihren Arbeiten immer wieder in einen anregenden Dialog mit der Sammlung Blums treten.  


Über den Künstler und Kurator Jürgen Blum

„Mich interessiert in der Kunst nicht der plastische Ausdruck, auch nicht das Thema und der Inhalt. Ich erfinde keine neuen Formen und verursache keine Gefühle. Ich schaffe Ausnahmezustände auf der Basis unvorstellbarer Existenzen, die meinen Körper umhüllen und arbeite mit den Begriffen: Geheimnis, Täuschung und Transparenz. In das Innere meine Objekte schreibe ich das Entstehungsdatum, so dass alle bis zu jedem Jetzt ihre eigene zeitliche Energie darstellen.“

Gerhard Jürgen Blum-Kwiatkowski wurde 1933 in Faulen (Ostpreußen) geboren. Von 1952 bis 1957 studierte er konstruktive Gestaltung und Kunstphilosophie, wonach er 1956 Initiator und Gründer von acht Kunststationen wie auch Organisator internationaler Ausstellungen und Symposien wurde. Im Jahre 1990 gründete und leitete Blum das Museum Modern Art in Hünfeld, dass eine Sammlung konkreter Kunst beherbergt. Zu seinen Arbeitsthemen und Theorien gehörten u.a. „Das Recht der Formkonstruktion und der organischen Materie“, „Die Endlichkeit“ und „Der visuelle Klang“.

Im Jahre 2011 erhielt er die Ehrenmedaille der Stadt Hünfeld und 2012 das Bundesverdienstkreuz für herausragendes Wirken als Künstler, Kunstorganisator und Museumsleiter. 

Am 15. August 2015 starb Jürgen Blum in Hünfeld.