Das Offene Buch

Das Offene Buch

Mit dem Projekt „Das Offene Buch“ bietet Hünfeld eine besondere Form der Begegnung mit Konkreter Kunst und Poesie. Museumsgründer Jürgen Blum hat sich mit dieser Idee bereits in den 60er Jahren auseinandergesetzt. Sie bezog sich darauf, textartigen Gedankenformen mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu verschaffen. Texte der konkreten, visuellen, experimentellen und aktiven Poesie sollten an freien Fassaden der Stadt für jeden zugänglich angebracht werden.


Anfang der 90er Jahre griff Jürgen Blum die Idee in Hünfeld wieder auf. Insgesamt 145 Hünfelder Fassaden wurden von 1999 bis 2015 mit visuellen Gedichten gestaltet. Wie so oft gelang es Blum, viele Menschen von seiner Idee zu begeistern und für das Vorhaben zu gewinnen – ohne dass dafür öffentliche Mittel in Anspruch genommen werden mussten.


Er schaffte es, internationale Künstler und Autoren ins Boot zu holen und viele Helfer zu finden, die seine Begeisterung teilten. Er überzeugte Hausbesitzer, dass sie ihre Fassaden zur Verfügung stellten und machte sich mit ungeheurem persönlichen Engagement an die Arbeit. Jürgen Blum erwies sich als Motor des Vorhabens, legte selbst Hand an und fügte Seite um Seite des „Offenen Buches“ in Hünfeld ein. Damit hat eine neue Form von Kunst im öffentlichen Raum in der Kleinstadt Hünfeld Gestalt angenommen.

Auf dem Weg zur Arbeit, beim Stadtbummel, beim Spaziergang begegnet man in Hünfeld durch „Das Offene Buch" visualisierten Gedanken, die auffordern, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Dadurch ist ein urbanes Museum entstanden. Eugen Gomringer, Vater der konkreten Poesie, unterstützte ebenfalls Blums Projekt. „Das Offene Buch“ bezeichnete er als eine begeisternde Idee. „Kunst wird nicht mehr nur in geschlossenen Räumen präsentiert, sondern eine Stadtbegehung ist jetzt angebracht. Die Stadt Hünfeld bietet hier in völliger Offenheit Lese- und Denkstoff an und ist allein von daher schon eine Reise wert.“


Digitale Schnitzeljagd durch das Offene Buch

Mädchen Actionbound

Eine interaktive Stadtrallye mit dem Smartphone durch Hünfeld – das geht mit App „Actionbound“. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können sich mit der App auf digitale Schnitzeljagd durch das „Offene Buch der Stadt Hünfeld“ begeben.

Die Stadtrallye mit Quizcharakter liefert viele Informationen, Hinweise und interessante Fragestellungen zum „Offenen Buch“ – und führt zu Plätzen in Hünfeld, die man plötzlich ganz neu wahrnimmt. Zu Fuß geht es mit dem Handy in der Hand am Parkplatz Hallenbad in Hünfeld los. Über die App wird man zu verschiedenen Hauswänden des Offenen Buchs geführt, kann Fragen zu Sprache und Kunst beantworten, Fotos von Kunstwerken schießen, im „Offenen Buch“ ganz wörtlich lesen und dabei Punkte sammeln. Beim Spaziergang durch die Stadt erfahren Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf diese Weise jede Menge Neues über das „Offene Buch“ und die Hintergründe zu den visuellen Textfragmenten.

Der sogenannte „Bound“ ist öffentlich und kann über die App „Actionbound“ kostenfrei heruntergeladen werden. Den Bound findet man durch die Eingabe der Stichworte „Hünfeld“ oder „Offenes Buch“.


Collage Offenes Buch