Ausstellung im Museum Modern Art

"Ich finde es trotzdem schade"

Plakat

Bei der Vernissage zu der neuen Sonderausstellung "Ich finde es trotzdem schade" gab der Künstler im Dialog mit seiner Galeristin und Kuratorin der Ausstellung, Anja Knoess, einen Einblick in seine ungewöhnliche Arbeitsweise. Weiße Leinwände legt er auf dem Boden seines Ateliers ab, läuft oder fährt mit seinem Fahrrad einige Tage darüber, dass sie Spuren des Lebens tragen. Dann geht er auf die Suche nach einem geeigneten Bild. Dabei ist es ihm egal, ob sie historische Zeitdokumente aus dem 20. Jahrhundert sind oder einfach Urlaubsfotos aus dem Alltag.

Diese Bilder bearbeitet er elektronisch, reduziert sie und projiziert sie auf die Leinwand, wo er die Konturen mit Bleistift nachzeichnet. Da beginnt die eigentliche malerische Arbeit. Mit den unterschiedlichsten Techniken und Materialien entstehen daraus Bilder, bei denen er Kugelschreiber, Rost oder auch Kaffeesatz als Farbe verwendet, um die meist monochromen Werke entstehen zu lassen. Wie bei Erinnerungen sollen Details durchaus verblassen, manches in seinen Bildern verwischt er auch ganz bewusst.

Die im Museum ausgestellten Bilder zeigen einen Querschnitt des Schaffens aus den zurückliegenden 17 Jahren des 55-jährigen Kölner Künstlers, wie die Galeristin hervorhob. Eine wichtige Rolle im Zugang zu den Arbeiten spielen auch die scheinbar belanglos klingenden Titel der Bilder wie „Morgen wird es besser“. Es seien Bilder von hoher ästhetischer und formaler Reife, so die Kuratorin, Anja Knoess, sie regten an, „dahinter zu schauen“ und seien emotional berührend.  

Ein zentrales Werk der Ausstellung findet sich in einem Nebenraum des Alten Gaswerks: die beiden großformatigen Portraits von Edith und Rosa Stein, die Opfer der Nationalsozialisten wurden.
 
Stadträtin Martina Sauerbier freute sich über zahlreiche Gäste, die zur Vernissage gekommen waren und berichtete darüber, dass der Kontakt zu dem Künstler über die Kunstmesse in Karlsruhe zustande kam, bei der Boehms Bilder ins Auge gestochen seien. In dem Alten Gaswerk kämen die Bilder in besonderer Weise zur Geltung.

Sie dankte auch dem Förderverein des Museums Modern Art, für den Martin Ebert zu einer besonderen Veranstaltung für den 18. April ab 19 Uhr ins Museum einlud. An diesem Abend gastiert der Kunsthistoriker und Komödiant Jakob Schwerdtfeger mit seinem Programm „Ich sehe etwas, was Du nicht siehst und das ist Kunst“ im Museum. Er geht dabei beispielweise der Frage nach, was Dali und Camembert eigentlich eint. Karten gibt es im Museum und bei der Tourist-Info.